HISTORIE

Die Halle 11 wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit
dem repräsentativen Gewölbe im Erdgeschoss
und vier weiteren Vollgeschossen erbaut.
Drei Treppenhäuser markieren die Vertikale.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt das Gebäude großzügige Walmdach-Aufbauten mit Spitzhelmgauben. Es wurde nach den Plänen von Schreiterer & Below in Stahlskelettbauweise errichtet. Im Zweiten Weltkrieg beschädigte eine Bombe einen großen Teil der rheinseitigen Fassade, die nach dem Krieg nur noch provisorisch aufgebaut wurde.

Vollständig erhalten blieb das über 2.000 m2 große Erdgeschoss mit seinem bis zu 3,70 m hohen Kreuzrippengewölbe, das heute im denkmalgeschützten Originalzustand seine Pracht entfaltet. Auch die historische Fassade zur Stadt sowie die beiden Giebelfassaden blieben weitgehend unbeschädigt.

Schreiter & Below entwickeln die Zoll- und Speicherhalle

Der Rheinauhafen entwickelte sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt der ehemaligen Hansestadt Köln.

So wurde 1893 eigens ein Architektur-Wettbewerb zur Detailgestaltung der Hochbauten der „neuen Hafen- und Werftanlagen zu Köln“ ausgeschrieben.

Das Architekturbüro Schreiterer & Below ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor und erarbeitete die Gestaltung der drei Nutzbauten, die später als „Halle 10“ (Deutsches Sport- und Olympiamuseum), „Halle 11“ und „Halle 12“ bekannt wurden.

MODERNE

JSWD plante die Umnutzung in das moderne Wohn- und Geschäftshaus von heute

Mit der Idee eines modernen und transparenten „Implantats“ hat das Kölner Architekturbüro JSWD im Jahr 2003 den Realisierungswettbewerb für die Umnutzung der einstigen Zoll- und Speicherhalle zu einem modernen Wohn- und Bürogebäude mit gewerblichen Flächen im Erdgeschoss gewonnen. Der Vorschlag beruht darauf, einen zur Rheinseite weitestgehend transparenten Kubus in die denkmalgeschützte Bausubstanz der Halle 11 einzufügen.

Optimale Lichtverhältnisse

Gestalterisch wurden das Erdgeschoss mit seinem Kreuzgewölbe, die Fassade zur Hafenseite und die beiden Giebelfassaden erhalten – wo notwendig, feinfühlig ergänzt – und gleichzeitig der Rheinseite ein neues Gesicht gegeben. Der gelbe Tuffstein und der dunkle Lavabasalt der Bestandsfassaden wurden bei der Neugestaltung aufgegriffen und verleihen dem Gesamtgebäude einen ruhigen, wertvollen Charakter. Durch das Auskragen der neuen Fassade verfügt der größte Teil der Wohnungen und Büroflächen über Balkone, Wintergärten und raumhohe Verglasungen und somit optimal Licht und einen exklusiven Logenplatz am Rhein.

Zur Rheinseite hin wird die Modernisierung sichtbar

Umweltfreundliche Wohnraumkühlung

Für ein angenehmes Klima sorgen eine Bauteilaktivierung in den Büros sowie eine Fußbodenkühlung in den Penthäusern. Die Energie wird kostengünstig und umweltfreundlich über einen Tiefbrunnen gewonnen.

Zwei neue, als Skelettbau aus Glas und dunklen Natursteinplatten gestaltete Staffelgeschosse ergänzen die ursprünglichen vier Etagen.

Die umlaufenden Zinnen, die früher die Natursteinfassaden abschlossen, werden entsprechend dem historischen Vorbild rekonstruiert.